TENNESSEE 

Der Musikstaat der USA 

Museum der afroamerikanischen Musik

In der „Music City“ Nashville hat das erste Museum für sämtliche afroamerikanische Musik der USA eröffnet. Nach mehr als 20 Jahren Vorbereitung fiel das Band am 18. Januar – am Nationalfeiertag für den Bürgerrechtler, Pastor und Friedensnobelpreisträger Dr. Martin Luther King. 

Blues, Jazz, Gospel, Spirituals, Rhythm und Blues, Hip hop und vieles mehr: The National Museum of African American Music feiert auf gut 900 Quadratmetern Ausstellungsfläche mehr als 50 Musikstile, die aus der afroamerikanischen Kultur entstanden oder unter deren Einfluss inspiriert worden sind.

Mit Nashvilles Musikszene direkt verbunden und im Museum verewigt sind unter anderen The Fisk Jubilee Singers, Jimi Hendrix, Ray Charles und Little Richard. Zu den ganz Großen, die das Museum ebenso würdigt, zählen auch B.B. King, Usher, Louis Armstrong, Robert Johnson, Scott Joplin, Marian Anderson, Whitney Houston, Duke Ellington, Dr. Bobby Jones sowie Ray Charles – und viele mehr.

Sieben Galerien beherbergen mehr als 1500 Exponate: von Erinnerungsstücken vieler Bands und Sängerinnen bis zu bunten Bühnenkostümen. Modernste Ausstellungstechnik lässt erfahren, wie untrennbar die Musik „der Schwarzen“ in den USA mit ihrem Kampf um Gleichberechtigung verwoben ist. Der Einführungsfilm im Kino und Konzertsaal des Museums führt ihr Erbe bis in die Zeit der Sklaverei und in afrikanische Kulturen zurück.    

Die Museumseröffnung war zuletzt für den September 2020 geplant, musste aber wegen der Corona-Pandemie verschoben werden. Zur Einweihung galten strenge Abstandsregeln und strikte Maskenpflicht; mehr als tausend Gäste nahmen an der weltweiten Facebook-Übertragung teil. Tennessees Gouverneur Bill Lee durchschnitt gemeinsam mit vielen Mitstreitern das lilafarbene Eröffnungsband. „All unsere Musik in Tennessee hat tiefe afroamerikanische Wurzeln,“ sagte Lee. „Aus der ganzen Welt werden nun Menschen kommen und sehen, welch wichtige Rolle schwarze Musik spielt.“

Der Museumsdirektor Henry Beecher Hicks III. hob hervor, die Eröffnung sei nicht zufällig auf den 18. Januar gefallen: „Martin Luther King hat uns gelehrt, einander die Hand zu reichen und gemeinsam zu singen, nichts bringt uns so sehr zusammen wie die Musik.“

Planungen für das Museum gehen auf das Jahr 1998 zurück, als die Industrie- und Handelskammer von Nashville, angeführt von Francis Guess und Dr. T.B. Boyd, befand, nun sei es an der Zeit, die enormen afroamerikanischen Beiträge zur Musik und Kultur überhaupt zu würdigen. Ein geschäftlicher Grund spielte mit hinein, nämlich auch afroamerikanische Touristen und Kongressbesucher zu überzeugen, dass sich Nashville tatsächlich „Music City“ nennen darf – ist doch die Hauptstadt des Staates Tennessee bislang vor allem als das Mekka der Country Music bekannt.

Ein Trägerverein, der sich in Anlehnung an die Bürgerrechtsbewegung „The Movement“ nennt, hat die Mittel für den Museumsbau von Privatleuten und Unternehmen eingesammelt. Aus einer örtlichen Initiative wurde eine landesweite Bewegung. Zu den Sponsoren aus der Wirtschaft zählen unter anderen die Sony Music Group, T-Mobile, Amazon, Nashvilles Flughafen BNA und die Fluggesellschaft Southwest Airlines. Auch die Stadt Nashville und das Verkehrsbüro der Stadt unterstützen das Museum.

Die Bauarbeiten begannen Anfang 2017. Das Museum ist Teil des neuen Einzelhandels-, Restaurant- und Unterhaltungskomplexes Fifth + Broadway im Herzen der Stadt direkt an der Musikmeile Lower Broadway mit ihren Live-Clubs.

Tennessee ist die Heimat weiterer Museen, die Teile der afroamerikanischen Musik beleuchten, darunter das STAX Museum of American Soul Music, die Blues Hall of Fame und das Rock ‘n‘ Soul Museum in Memphis sowie das Tina Turner Museum in Brownsville. In Nashville ergänzt das neue Museum eine ganze Reihe von hochkarätigen Attraktionen amerikanischer Musik, darunter die Country Music Hall of Fame & Museum mit dem RCA Studio B, die Grand Ole Opry, das Ryman Auditorium und die Musicians Hall of Fame & Museum.

Während der ersten zwei Wochen haben die vielen Förderer des Trägervereins das National Museum of African American Music für sich. Ab dem 30. Januar steht es dann auch allgemeinem Publikum offen. Erwachsene zahlen 24,95 Dollar regulären Eintritt, Jugendliche 13,50 Dollar. Wer sich als Student, Lehrer oder Rentner ausweist, zahlt 18,75 Dollar. Alle 90 Minuten von 11.00 bis 16.00 Uhr gibt es Führungen.